Das Bild zeigt die IASC Leitlinien zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in humanitären Kontexten.

Result 1 – Globale Richtlinien & Koordinierungsmechanism

Hintergrund

Ein wichtiger Schritt zur Unterstützung humanitärer Akteure auf nationaler und lokaler Ebene führt über die Umsetzung anerkannter Richtlinien zur Inklusion.

Das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) der Vereinten Nationen (VN) im Jahr 2008 markierte einen Wandel hin zu einem menschenrechtsbasierten Ansatz von Behinderung.

Auf dem Humanitären Weltgipfel (World Humanitarian Summit) in Istanbul 2016 wurde jedoch erneut festgestellt, dass Menschen mit Behinderungen nach wie vor mit Marginalisierung, Diskriminierung und Stigmatisierung konfrontiert sind und dass der Zugang zu humanitären Hilfsleistungen durch verschiedene Barrieren erschwert wird.

Daher bekräftigt die Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe, die im Vorfeld des WHS von mehr als 70 Akteuren entwickelt wurde, die Entschlossenheit, humanitäre Maßnahmen inklusiver zu gestalten, und kann von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren unterstützt werden.

 

IASC Leitlinien

„[E]stablish and increase both the inclusion of persons with disabilities and their meaningful participation in all decisions that concern them.“ (IASC 2019: 17)

Um die Bemühungen seitens der humanitären Akteure zusammenzuführen, veröffentlichte das Inter-Agency Standing Committee (IASC), das im Anschluss an den WHS 2016 gegründet wurde, 2019 die Leitlinien zur Inclusion of Persons with Disabilities in Humanitarian Action.

Die IASC Leitlinien wurden partizipativ mit über 600 Akteuren, darunter Organisationen der Vereinten Nationen (VN), Nichtregierungsorganisationen (NROs) und Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen (OPDs), entwickelt und von unserem Projekt finanziell unterstützt.

In den Leitlinien finden sich wesentliche Maßnahmen wieder, die humanitäre Akteure zur Berücksichtigung der Bedarfe und Rechte von Menschen mit Behinderungen ergreifen sollten. 

Launch der IASC Leitlinien 2019

Das Foto zeigt das Podium beim Launch der IASC Leitlinien 2019.

Launch der IASC Leitlinien 2019

Unsere Agenda führte uns auf globaler Ebene 2019 nach New York, um dort den Launch der IASC Leitlinien zu zelebrieren. Die Finalisierung war ein wichtiger Schritt zur Etablierung und Umsetzung grundlegender, inklusiver Maßnahmen in Programmen und Projekten. 

Um die Verbreitung und Anwendung der IASC Leitlinien in den nicht-englischsprachigen Gebieten zu fördern, erschienen 2021 eine spanische und französische Version.

Zum anderen unterstütze unsere Teilnahme an mehreren internationalen Veranstaltungen, z.B. die Humanitarian Network and Partnerships Week (HNPW) ‘20 und ‘21, die Bekanntmachung der Leitlinien.  

Paneldiskussion 2021

“What a great insight into Syrian setup and voices from the field and the different perspectives on progress around disability inclusion, 2 years after the IASC Guidelines’s launch, all combined in one panel.”

Teilnehmer*in des CHA Events 

2 Jahre nach der Veröffentlichung der IASC Leitlinien erhielten wir die Gelegenheit, die Paneldiskussion zur “Implementierung der IASC Leitlinien in Syrien” gemeinsam mit dem Centre for Humanitarian Action (CHA) zu organisieren. Vor dem Kontext der Syrienkrise berichteten Geldgeber, Anwender*innen und Selbstvertreter*innen von ihren Erfahrungen mit der Umsetzung der IASC Leitlinien. 

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und ist als Videoaufnahme mit Untertiteln auf der Homepage des CHA verfügbar. 

Operationalisierung der IASC Leitlinien

In naher Zukunft erreichen wir einen weiteren Meilenstein. Mit unserer Unterstützung veröffentlicht die Disability Reference Group Working Group 1 (DRG WG 1) bald Face-to-Face und Online Trainingspakete zur Operationalisierung der IASC Leitlinien.

Außerdem launchen wir sechs E-Learning Module zur inklusive humanitären Hilfe.

Die IASC Leitlinien geben (sektor-spezifische) Empfehlungen zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe. Diese finden sich in den oben genannten Arbeitshilfen wieder und richten sich an alle humanitären Akteure, ihre Partner- und Selbstvertretungsorganisationen.