Das Foto zeigt das Einleitungskapitel des Forschungsberichts zu inklusiver humanitärer Hilfe in Bangladesh.

Result 3 – Angewandte Begleitforschung, Universitäten & Fachveranstaltungen

Hintergrund

Die dritte Säule unseres Projekts unterstützte die wissenschaftliche Forschung im Bereich von Inklusion von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe.

Die nachhaltige Dokumentation und Stärkung der Datenlage zu behinderungsinklusiven Programmen und Projekten ist essentiell zur Verbesserung humanitärer Interventionen.

Infolgedessen erschienen von unserem Projektpartner, dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV), zwei Fallstudien zum Mainstreaming von Behinderung in humanitären Kontexten.  

Feldforschung in Bangladesch

“In Cox’s Bazar, persons with disabilities face a lot of discrimination. I have bitter experiences here. The communities don’t think that persons with disabilities can organize, do advocacy work or raise their voices.” 

Interviewte*r 

Der Forschungsbericht „Mainstreaming Disability in Humanitarian Action in Cox's Bazar, Bangladesh“ befasst sich mit der Lage von 854,000 geflüchteten Rohingya, die derzeit in Cox’s Bazar, Bangladesch leben.

Hier werden Faktoren untersucht, die sich vorteilhaft und hemmend auf Inklusion auswirken können.

Fest steht, obwohl es eine erhöhte Aufmerksamkeit innerhalb der lokalen Gemeinschaft und seitens der humanitären Organisationen gibt, werden die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung immer noch nicht ausreichend geschützt. 

Feldforschung im Südsudan

“If we consider the four ‘must do’ actions, most progress has been achieved with regard to the participation of persons with disabilities and empowerment/capacity-building, while the collection, analysis and use of disaggregated data and the removal of attitudinal and environmental barriers remain ongoing concerns.”

Interviewte*r  

,Der zweite Forschungsbericht "Towards a disability-Inclusive Humanitarian Response in South Sudan?” (2021) untersucht die Umsetzung der Must-Do Actions, die von den IASC Leitlinien als zentrale Maßnahmen zur Implementierung inklusiver humanitärer Hilfe definiert werden.

Der Forschungsbericht benennt Fortschritte und Lücken in der Umsetzung und gibt Handlungsempfehlungen für humanitäre Akteure.

Auch hier werden, trotz der vorhandener Sensibilisierung innerhalb der lokalen Gemeinden und seitens der humanitären Organisationen, Menschen mit Behinderung noch nicht ausreichend gehört, geschützt und einbezogen. 

Es besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Forschungen, die die Veränderungsprozesse, die praktische Umsetzung und den Einfluss der globalen Leitlinien auf die humanitäre Hilfe über einen längeren Zeitraum beobachten. 

Universitäten & Veranstaltungen 

Um auch die nächste Generation, unsere zukünftigen Kolleg*innen, für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, wurden Gast- und Modulbeiträge für den Masterstudiengang “International Humanitarian Action” der Ruhr-Universität Bochum und den Bachelorstudiengang “Internationale Not- und Katastrophenhilfe” der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften konzipiert. Mit der Verankerung von Inklusion im Lehrplan der Universitäten lernten 128 Studierende neben den Grundlagen zum Verständnis von Behinderung auch wichtige Fachliteratur zum Thema kennen.  

Insgesamt haben wir auf 17 verschiedenen Veranstaltungen Behinderung als Querschnittsthema eingebracht, sowie die Organisator*innen bei der barrierefreien Gestaltung unterstützt. Zum Beispiel, platzierten wir das Thema Behinderung auf dem Human Rights Film Festival, das sich 2020 unter dem Slogan “The Future is Now!” mit Themen rund um Menschenrechte, den Klimawandel und den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) auseinandersetzte.