Programm für Fachpolitische Jahreskonferenz in Berlin komplettiert

Die anstehende Jahreskonferenz in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin steht unter dem Motto Zwischen Ankunft und Ankommen – Inklusion statt Ausgrenzung. Wie bauen wir Teilhabebarrieren für geflüchtete Menschen mit Behinderungen ab?

Viele geflüchtete Menschen mit Behinderungen erleben in Deutschland anhaltende Barrieren: eingeschränkter Zugang zu Asylverfahren, unzureichende gesundheitliche Versorgung, fehlende Barrierefreiheit in Sprachkursen oder eine nicht bedarfsgerechte Unterstützung. Besonders betroffen sind Familien mit Kindern mit Behinderungen.

Die Fachpolitische Jahreskonferenz 2025 von Handicap International – Crossroads bringt Fachakteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Praxis und Selbstvertretung zusammen.


Programm (Stand: 4. November 2025)

Uhrzeit Programmpunkt
10:00 Eröffnung Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International
10:15 Rahmenmoderation
10:30 Keynote I: Menschenrechtliche Perspektive auf die Verflechtung von Rassismus und Ableismus: Fokus Elternschaft und Flucht Judy Gummich
11:00 – 12:00 Politische Diskussion: Schutz, Teilhabe, Gleichberechtigung – wie stärken wir die Rechte geflüchteter Familien mit Kindern mit Behinderungen? Yıldız Akgün, Beratungsstelle MINA – Leben in Vielfalt e. V., Kerstin Becker, Paritätischer Gesamtverband (angefragt), Heike Heubach, MdB, SPD-Bundestagsfraktion; Rouby Traoré, Projekt „Our Voice“, Radio Dreyeckland Freiburg; Moderation: Dr. Susanne Schwalgin, Handicap International – Crossroads
12:00 – 13:00 Mittagspause
13:00 – 13:30 Keynote II: Die GEAS-Reform in Deutschland: Was sie für Menschen mit Behinderungen bedeutet Sophia Eckert, Politische Referentin Flucht und Migration, Handicap International – Crossroads
13:45 – 15:30 Workshops zur Praxis und Lebensrealität

1. Empowerment im Kontext von Flucht und Behinderung Rouby Traoré, Radio Dreyeckland Freiburg
2. Flucht, Migration, Behinderung und Sucht – Konsumprobleme erkennen und ansprechen Antje Trauernicht, Suchtpunkt Hamburg gGmbH
3. Neues GEAS, neue Praxis? – Beratung und Begleitung nach der Reform Claire Deery, Fachanwältin für Migrationsrecht, Göttingen; N.N., Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (angefragt); Moderation: Sophia Eckert
4. Besondere Barrieren beim Familiennachzug Ulrike Schwarz, juristische Referentin Flucht/Migration; Anna Suerhoff, Deutsches Institut für Menschenrechte, Moderation: Rebecca Einhoff & Sebastian Anstett, UNHCR
5. #NichtPASSgenau? Menschen mit Behinderungen und die Einbürgerung nach der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts
Referent*innen: Dr. Barbara Weiser, Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V., Rezan Shekh Muslim, Aktivist und Vertreter der Gruppe Now-nicht ohne das Wir; Soraia Da Costa Batista, Volljuristin und Verfahrenskoordinatorin, Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.; Moderation: Dr. Susanne Schwalgin, Projektleitung, Handicap International – Crossroads
6. Herausforderungen für Familien mit Kindern mit Autismus und Fluchterfahrung
Sahsenem Camoglu, Bereichsleiterin Autismuszentrum Lebenswelt gGmbH, Berlin

15:30 – 16:00 Kaffeepause
16:00 – 17:00 Diskussion: „Kampagnen, Medienarbeit, Aktivismus – wie können wir eine wirklich inklusive Gesellschaft voranbringen?“
Mahmoud Hassino, Handicap International – Crossroads; Raúl Krauthausen, Inklusionsaktivist und Medienmacher, Amanda Brennan, MESH Collective; Moderation: Jessica Schröder
17:00 Wrap-Up
17:15 Ende der Veranstaltung

Handicap International unterstützt Klage für gleiches Einbürgerungsrecht 

Handicap International unterstützt die heute eingereichte Klage eines palästinensischen Ehepaares vor dem Verwaltungsgericht Cottbus, um für alle dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen einen diskriminierungsfreien Zugang zur deutschen Staatsangehörigkeit zu erstreiten. 

Die zuständige Behörde in Brandenburg verweigert dem älteren Ehepaar die deutsche Staatsbürgerschaft, weil es Bürgergeld bezieht. Seit 2024 haben Ausländer*innen immer nur dann einen Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Das Ehepaar ist aufgrund von Alter und Erkrankungen allerdings auf Unterstützung angewiesen. Nach der jetzigen Regelung gibt es keine Ausnahme für alte Menschen und Menschen mit Behinderungen. Dass diese Vorgabe jene Menschen vom Anspruch auf Einbürgerung ausschließt, verstößt aus Sicht von Handicap International, der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und der Organisation Statefree gegen die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). 


Handicap International lehnt Einschränkung des Familiennachzugs ab

Zum Internationalen Tag der Familie erinnern Handicap International und zahlreiche zivilgesellschaftliche Partnerorganisationen daran: Familiennachzug rettet Leben, ausdrücklich für Kinder mit Behinderungen und andere besonders schutzbedürftige Menschen, die nicht eigenständig fliehen können. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, diese Zugangswege zu schützen, und nicht weiter zu beschneiden. 


Neue Bundesregierung: Crossroads fordert inklusive Flüchtlingspolitik

Anlässlich der Vereidigung der neuen Bundesregierung fordert Handicap International – Crossroads gemeinsam mit 292 unterzeichnenden Organisationen eine verantwortungsvolle und diskriminierungsfreie Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt, anstatt ihn weiter zu gefährden.


Koalitionsvertrag: Harter Kurs für Menschen mit Behinderungen

Nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD äußert sich die Nicht-Regierungsorganisation Handicap International – Crossroads zu den Auswirkungen der geplanten politischen Ausrichtung auf die Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik kritisch. Wie bereits nach den Zwischenergebnissen von Ende März zu erwarten war, fallen auch in der finalen Fassung der Koalitionsvereinbarung die im Bereich Asyl, Migration, Integration und Soziales vereinbarten Ziele weit hinter die menschenrechtlichen Verpflichtungen zurück. Insbesondere finden die geltenden Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zum Schutz und zur Förderung der Rechte von Menschen mit Behinderungen zu wenig Beachtung.


Schutz und Inklusion geflüchteter Menschen mit Behinderungen sichern

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD hat Handicap International – Crossroads Empfehlungen an der Schnittstelle Flucht, Migration und Behinderung zusammengestellt. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet Deutschland, die Rechte von Menschen mit Behinderungen in der Gesetzgebung sowie in allen politischen Konzepten und Programmen zu achten – auch im Bereich der Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik. Das heißt: Es ist sicherzustellen, dass Gleichbehandlung, Chancengleichheit, Autonomie und Selbstbestimmung für nach Deutschland geflüchtete Menschen mit Behinderungen sicherzustellen und ihre gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion aktiv zu fördern.

Die künftige Bundesregierung muss sich klar zur Einhaltung dieser Gewährleistungen bekennen. Unsere Empfehlungen sind daher vor allem:

1. Bekenntnis zu menschenrechtskonformen Sozialleistungen für Menschen mit Behinderungen
2. Erarbeitung eines bundeseinheitlichen, menschenrechtskonformen Verfahrens zur Identifizierung von Schutz- und Aufnahmebedarfen
3. Wahrung von angemessenem Schutz von Menschen mit Behinderungen und Achtung des Grundsatzes der Nicht-Zurückweisung
4. Inklusion in Bildung und Arbeit fördern, langfristige Teilhabe sichern


Gesundheit Unteilbar: Gemeinsam gegen Ausgrenzung. Für ein gerechtes Gesundheitssystem

Crossroads unterstützt den von 136 Organisationen unterzeichneten Appell aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich gegen Ausgrenzung und für einen verbesserten Zugang zu gesundheitlicher Versorgung für alle. Die Unterzeichnenden sind besorgt über populistische und menschenverachtende Aussagen bis weit in die politische Mitte hinein, die die berechtigte Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem vieler Menschen nutzen, um gegen Migrant*innen, geflüchtete und armutserfahrene Personen, Menschen mit Behinderungen und andere sozial benachteiligte Gruppen zu hetzen.


Neues Angebot von Crossroads: Fachberatung an der Schnittstelle Flucht, Migration und Behinderung

Sie arbeiten mit geflüchteten Menschen mit Behinderung und suchen nach fachlicher Expertise und Austausch?

Wir bieten Ihnen ab sofort eine spezialisierte Beratung, die Ihnen hilft, Ihre Anliegen und Fragen zu klären:

  • Fachberatung: Klärung komplexer Fälle und fachliche Unterstützung im Umgang mit geflüchteten Menschen mit Behinderung.
  • Fallbesprechungen: Gemeinsame Analyse von herausfordernden Situationen und Erarbeitung individueller Handlungsperspektiven.
  • Erfahrungsaustausch: Vernetzung mit anderen Fachkräften und kollegiale Unterstützung.
  • Fachliche Informationen zu den Themen Flucht, Migration und Behinderung.

Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns, wir freuen uns auf Sie: crossroads-fachberatung@hi.org

Am 24. September 2024 von 15:00 bis 16:00 Uhr informieren wir Sie online zu diesem neuen Angebot. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie in Kürze auf unserer Homepage oder abonnieren Sie einfach unseren Newsletter.


Selbsthilfegruppe für geflüchtete Menschen mit Behinderung aus der Ukraine

Nach wie vor erreichen uns täglich zahlreiche Anfragen von hilfesuchenden Menschen mit Behinderung aus der Ukraine. Um möglichst viele Betroffene zu unterstützen, bieten wir Menschen mit chronischen Erkrankung, Behinderung und ihren Angehörigen einmal im Monat Raum für gemeinsamen Austausch. Diese Initiative zielt darauf ab, Menschen mit ähnlichen Herausforderungen und Anliegen zusammenzubringen, um sich in vertrauensvollen Rahmen gegenseitig zu unterstützen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Die Treffen der Selbsthilfegruppe finden an einem Mittwoch im Monat statt. Das nächste Treffen ist für 18.10.23 um 17 Uhr geplant. Dabei werden wir von Frau Larysa Vorona unterstützt, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Crossroads-Projekts. Frau Vorona weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, eigenes Zuhause zu verlassen und das Leben mit einer Behinderung in einem neuen Land fortzuführen.

Wir freuen uns darauf, Sie in unserer Selbsthilfegruppe willkommen zu heißen und gemeinsam eine unterstützende Gemeinschaft aufzubauen.

Weitere Informationen finden Sie im Selbsthilfe- und Unterstützungs-Chat für Menschen mit Behinderung aus der Ukraine. Für die Teilnahme schreiben Sie eine kurze E-Mail an Alan Dmitriev:  a.dmitriev@hi.org


CONNEX: unsere Online-Austauschplattform für Fachkräfte an der Schnittstelle Flucht und Behinderung

Eine gute Vernetzung zwischen Organisationen, Diensten und Einrichtungen der Flüchtlings- und Behindertenhilfe ist essentiell für die langfristige Inklusion von geflüchteten Menschen mit Behinderung in Deutschland. Ziel des Projekts „Qualifizierung regionaler Inklusionscluster an der Schnittstelle Flucht und Behinderung“ ist es, die Entstehung von Lokal- und Regionalnetzwerken im Bereich der Arbeit mit Geflüchteten mit Behinderung zu fördern.

Im Rahmen dieses Projekts haben wir eine Online-Austauschplattform mit dem Namen CONNEX entwickelt. Sie bietet Fachkräften an der Schnittstelle Flucht und Behinderung die Möglichkeit, sich zu aktuellen Themen wie Neuerungen im Asyl- und Migrationsrecht, wegweisenden Gerichtsurteilen im Sozialrecht, Fachveranstaltungen und nützliche Hinweise zu Fachinformationen zu informieren. Zusätzlich können sich Fachkräfte in Themenforen austauschen, Fälle aus der Beratungspraxis diskutieren und selbst wertvolle Informationen verbreiten.

Die Austauschplattform besteht aus unterschiedlichen „Inklusionsclustern“, die entweder auf Bundeslandebene oder auch innerhalb bestimmter Bundesländer angelegt werden können. Neben den Bundesland-abhängigen Regionalclustern gibt es ein bundesweites Inklusionscluster, das jeder Fachkraft offensteht und nach einer Registrierung unmittelbar nutzbar ist. Beitrittsanträge der bundeslandbezogenen Cluster werden von uns manuell überprüft und freigeschaltet.

Wir laden alle Fachkräfte herzlich dazu ein, das bundesweite Inklusionscluster zu testen und von den Informationen und Diskussionen zu profitieren. Zur Nutzung der Plattform finden Sie hier ein Anleitungsvideo. Es werden demnächst zwei Online-Termine stattfinden, die in die Funktionen von CONNEX einführen. Wir werden Sie bald dazu über den Newsletter und über die Austauschplattform informieren. Da sich CONNEX in der Testphase befindet, freuen wir uns über eine aktive Mitgestaltung der Plattform. Lassen Sie uns gern über das Forum „Technische Fragen und Feedback“ wissen, wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben. Alternativ können Sie Ihr Feedback und Fragen über eine private Nachricht innerhalb von CONNEX an @claras oder an folgende Emailadresse senden: c.schaefer@hi.org